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Schwanensee


In der Nähe meines Wohnortes brüten seit Jahren Singschwäne. Ihre melodiöse Stimme begeisterte mich immer wieder und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich nach Schweden aufbrach, um den bekannten Balzplatz der Singschwäne am See von Tysslingen zu besuchen. Die Anreise erfolgte ohne Komplikationen, die Fähre von Sassnitz nach Trelleborg brachte meinen Bulli, Toni (ornithologischer Fachbegleiter) und mich über die Ostsee. Erstaunlich, wieviel Verkehr so auf diesem Gewässer herrscht.

Singschwäne
Singschwäne

Der See ist von Feuchtwiesen und Erlenbrüchen umgeben, eigentlich kommt man trockenen Fußes nicht ans eigentliche Ufer(Frühjahrshochwasser). Die Masse der Schwäne konzentriert sich an einer Stelle, an der auch Beobachtungshütten stehen. Offensichtlich spielt die Fütterung der Tiere eine große Rolle dabei. Und wo überall Naturschützer Geld verdienen wollen, fallen sie oft durch fantasievolle Preisgestaltung auf. So auch hier. Man mietet die Hütte nicht, sondern nur den Platz darin. Der zweite Mann macht die schlecht gebauten Hütten noch enger und unbequemer, dennoch muß auch er bezahlen. Und das es viel schlechter positionierte Hütten gibt (ohne die 800mm Brennweite hätte ich 2/3 des Tages in der Hütte nichts machen können), spielt ebenfalls keine Rolle. Alle Hütten haben gleiche Preise. Es fällt schwer, nicht von Abzocke in Tysslingen zu sprechen.

Singschwäne
Singschwäne
Graugans

Dennoch sind einige Bilder gelungen.
Das Wetter war ein Kompromiss, zwar schien die Sonne, doch es war bitterkalt und der Sturm pfiff durch die Ritzen der Hütte. Nicht einmal der zufällig vorhandene Alkohol wärmte etwas. Deshalb nahm ich dem Toni seine mitgebrachte Plane weg, stellte fest, daß es eigentlich meine ist und nutzte sie als Windschutz. Toni zauberte einen Schlafsack aus dem Rucksack und war wärmer eingemummelt, während ich fleissig weiter fror.