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Durankulak


Lange Jahre hörte ich immer wieder, dass fast der gesamte Bestand der nordischen Rothalsgans an der Bulgarisch- Rumänischen Schwarzmeerküste überwintern soll. Auf der Flucht vor den weihnachtlichen Umtrieben und dem Behördenfrust hier in D beschlossen wir dieses Gebiet aufzusuchen und endlich mal Rothalsgänse im ihren Wintereinstandsgebiet zu erleben.

 

Unterkunft fanden wir in der Branta-Lodge bei Pavel  Simeonow. Er ist ein engagierter Ornithologe, der sich überwiegend auf eigene Kosten um den Schutz und Erhalt der überwinternden Rothalsgänse kümmert. Seine Frau betreibt die Lodge. Da die Immobilie außerhalb der Touristenwege liegt, ist jeder (fast jeder) Gast wichtig.
Als ich 2005 in dem Gebiet weilte, gab es am Kap Kaliagra nur die Weite der Steppe. Jetzt wird man von unzähligen Windkraftanlagen fast erdrückt. Und 2500 Stück sind wohl noch in Planung. Das Ganze im Einzugsbereich der Via Pontica, einer wichtigen Vogelzugstraße über das Schwarze Meer. Und da wird die positive Energiebilanz der Windkraftanlagen zum Umkehrschluss, was nützt saubere Energie, wenn sie Natur zerstört.


Und damit nicht so wie in Deutschland Abschaltungen zu besonders heiklen Zeiten vorgeschrieben werden, lassen Investoren regelmäßig nach Kollisionsopfern suchen und diese dann auch verschwinden. Nur so kann lediglich ein offizieller Fund (Schmutzgeier) als Kollisionsopfer aus Bulgarien erklärt werden.
Pavel fährt mit uns zu den Einstandsgebieten der Rothalsgänse. Nach längerer Zeit finden wir tatsächlich noch ein paar Tiere, ganz weit weg. Auf dem Rückweg begegnet uns Mladen, ein Ornithologe und Fotograf, der hier Zählungen durchführt. Wir fahren zusammen noch einmal zu den Gänsen und es gelingt mir die Aufnahme.
Pavel erklärt, es wäre zu warm für die überwindenden Gänse, und so halten Sie sich weiter nördlich auf, wo noch andere Temperaturen herrschen. Naja Pech halt, vielleicht klappt es im nächsten Jahr...